Tricks & Tipps

Schrauben, nageln, sägen, Ebenen einziehen und den Fußboden reinigen: Hier ein paar Erfahrungswerte dazu.

Handwerkliches

Aus dem Werkzeugkasten geplaudert.

Schrauben

Schrauben Gerade Schichtholz splittert gern beim Schrauben. Man bohrt mit einem kleinen (...<3) Bohrer vor. Je dicker die Schraube desto größer wählt man das Werkzeug. Zum Versenken des Schraubenkopfes braucht man dann freilich einen großen Bohrer. Am besten hält man den Schaft des Bohrers an den Schraubenkopf. Ist er gleichgroß bzw. ein kleines bisschen größer, eignet er sich. Diesen größeren Bohrer setzt man dann mit der Spitze an das kleine vorgebohrte Loch an und bohrt so tief, dass der Schraubenkopf vollständig im Holz aufgenommen wird. Hat man zu tief gebohrt, kann man Holzpaste auf den Schraubenkopf schmieren, diese härtet aus und versteckt nicht nur das Loch sondern auch den Schraubenkopf, was sich somit anbietet, wenn man von der Schraube am Ende nicht mehr sehen soll.

Nageln

Unglückliche Hammerspuren lassen sich mit Holz vermeiden, welches man auf den Nagel legt, bis er vollständig eingehämmert wurde. Man kann auch einen Holz- oder Gummihammer verwenden, wenn vorhanden. Allerdings tut denen das weh, was heißen soll, sie halten dann nicht lange.

Rundungen sägen

Hat man weder eine Laubsäge noch ein schmales Sägeblatt für die Stichsäge, lassen sich Rundungen mit Bohrungen herstellen. Man setzt Loch an Loch nebeneinander, so dass möglichst keine oder sehr kleine Stege entstehen. Wenn die gesamte Rundung so verunstaltet wurde, bricht man das Holz heraus. Anschließend heißt es: Feilen.

Schleifen

Auch Tischler- und Sperrholzplatten schleift man nach. OSB-Platten sowieso und Bretter auch. Je feiner man schleift, desto besser lassen sich die Platten und Bretter verarbeiten. Desto weniger besteht die Gefahr, sich einen Splitter zu ziehen - auch für die Tiere.
Ein Schwingschleifer bietet sich an, aber es geht auch Sandpapier, welches man um einen Klotz wickelt, den man gut in der Hand halten kann. Ein Stück noch eingepackter Seife hilft in der Not aus, findet man keinen passenden Klotz und will dennoch loslegen.

Lackieren

Spielzeuglack ist mindestens Pflicht. Auf den Lackdosen muss stehen, dass der Lack für die Bemalung von Kinderspielzeug geeignet ist. Denn sowohl Nager als auch Sittiche nehmen ihre Einrichtung unter die "Lupe". Lackiert wird in dünnen Schichten in Richtung der Holzmaserung. Je feiner man zuvor geschliffen hat, desto leichter geht das nun. Für eine gute Belüftung bei der Arbeit sollte auch bei Spielzeug- und Umweltengellack gesorgt werden. Denn trotz geringerer Emission dunsten sie bei der Verarbeitung aus. Nicht in der Nähe der Tiere arbeiten und keine noch nicht abgetrockneten Lackierungen in ihrer Geruchsweite lassen.
Spielzeuglack ist wasserverdünnbar und auch die Pinsel können in Wasser gereinigt werden. Pinsel, wäscht man mit warmen Seifenwasser aus und spült gründlich bis weder Farbe noch Schaum sichtbar sind. Zum Trocknen hängt man sie mit den Borsten nach unten auf oder trocknet sie vorsichtig ab und legt sie dann hin.

Ebenen

Kaufkäfige haben oft Plastik- oder Gitterebenen. Darauf kann man Flickenteppich oder Handtücher legen, damit es gemütlich wird. Beachtet bitte, dass die Handtücher keine Schlaufen ziehen, in denen die Tiere hängen bleiben können.

Ebenen einziehen

  • ein Brett ca 0,5cm schmaler zurecht sägen. An die Rückseite und beide Seiten Haken schrauben, mit denen man die Ebene in das Gitter einhängt.
  • in Eigenbauten kann man Ebenen entweder schrauben, was allerdings das Putzen unter der Etage erschwert oder man steckt sie. Eine Möglichkeit dazu ist es, Leisten anzuschrauben, auf die das Etagenbrett gelegt wird. Falls vorn und hinten keine Begrenzung vorhanden, bohrt man in die Leistenenden Löcher, in die man Holzstifte stecken kann.
    andere Möglichkeiten: Winkel, Schuhe (siehe Kleinteile)
  • Ebenen auf Füsse stellen

Ebenen abdichten

Spielzeuglack: Gerade auf Holz kann man diesen recht dünn auftragen, so dass die Holzstruktur noch fühlbar bleibt (die Tiere rutschen nicht aus), die Feuchtigkeit jedoch kann nicht mehr eindringen. Zu den Rändern hin verwende ich Fussbodenleisten und in Ritzen gebe ich Silikon. Bei Silikon darauf achten, dass es gut auslüftet, der Geruch stammt von Essigsäure.

PVC-Bodenbelag. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Tiere keine Nagemöglichkeit haben, da in PVC Weichmacher drin sind, die im Magen verklumpen und scharfe Kanten bilden, Verletzungen lebensbedrohlicher Art entstehen können.
Den PVC-Belag an der Wand etwas nach oben ziehen und die Kante anschließend mit einer Holzleiste abdecken.

Folie ist sehr rutschig. Verwendet man Folie, legt man am besten Stoff oder Teppich darüber und keine Einstreu oder zusätzlich noch eine dicke Schicht Stroh.

Wasserflasche

Fahrradflaschenhalter können eingesetzt werden. Aber nehmt die vorgesehene Trinkflasche mit, um es auszuprobieren. Nicht jeder Halter passt.

Mit Bindfaden an die Gehegewand tackern, geht auch. Man sollte allerdings mehrfach tackern, damit die Flasche auch bei Benutzung verankert bleibt.

Anbinden: Dazu bohrt man zwei Löcher mit dem Abstand des Flaschendurchmessers oder etwas breiter in die Gehegewand. Durch diese führt man stabilen Draht. Blumendraht wäre möglich, jedoch können Nager diesen kappen oder sich daran verletzen. Der Draht wird um die Flasche gelegt, fest nach außen gezogen und dort verdreht man die beiden Enden ineinander, als ob man etwas zwirbeln wolle. Fertig. Die Flasche lässt sich ohne Öffnen des Drahtes nach oben aus der Schlinge ziehen.

Heuraufen

Hängen:

Gewürz- und Badregale eigenen sich. Sie lassen sich sowohl festschrauben als auch einhängen, wenn man die entsprechenden Haken an einer Gehegeseite anbringt. Man sollte halt darauf achten, dass sie nicht verzinnt sind.
Im Zoohandel sind Holzheuraufen zum Hängen mit Klappe erhältlich.

Hinstellen:

Tellerabtropfregale aus Holz sind stabil und wohl regelrecht als Heuraufe konzipiert.
Aber auch der reguläre Zoohandel hat einige im Angebot.

Zum Hinlegen, Aufhängen ...

Die Socke ist geschrumpft oder einsam, der Stoffhausschuh ist durchgelaufen, die Hose ist gerissen. Alles Heuraufen. Ins abgeschnittene Hosenbein wird einfach Heu gestopft, in Socke und Hausschuh auch. Man kann zusätzliche Löcher anbringen, vorhandene etwas aufreißen. Gerade für den Auslauf ist das eine sauberere Variante als ein Heuhaufen. Auch Kartons lassen sich mit Heu füllen. Kurze Rohre mit einem großen Durchmesser sind hier auch recht beliebt, ebenso wie ausrangierte Hüte und Mützen.

Der Auslauf

Begrenzung

Möchte man die Tiere in einem abgegrenzten Teil des Zimmers auch mal unbeaufsichtigt laufen lassen, muss man sichern. Bei Meerschweinchen geht das gut. 30 cm reichen an Höhe in den meisten Fällen. Man kann Bastlerglas (Plexischeiben) verwenden und diese mit Scharnieren verbinden. Oder Bretter. Auch Presspappe ist geeignet. Sie hat den Vorteil, dass sie sehr leicht und dünn ist, dadurch gut verstaut werden kann, wenn man sie nicht braucht. Bei Problemen mit dem sicheren Stehen klebt man außen Winkelstützen an. Diese können zum Beispiel aus Pappe von überflüssigen Kartons geschnitten werden.

Fussboden reinigen

Dampfreiniger machen sich gut für Teppichboden. Nur die Reinigungsmittel sollte man mit Vorsicht wählen oder weglassen. Dampf reinigt bereits allein recht intensiv, allerdings bleiben ohne Reinigungsmittel Flecken zurück.

Novella Calow