Muskel-Werkzeug


Zangen

Schraubendreher

Bei Schraubendrehern, allgemein als Schraubenzieher bezeichnet, kommt es vor allem auf die Qualität und Größe an. Werkzeugkästen, die als Werbegeschenke oder Schnäppchen angeboten werden, beinhalten Schraubendreher, die man oft wegwerfen kann.

Ein guter Schraubendreher hat einen anatomisch geformten Griff und eine gehärtete Spitze, die ihren Namen verdient. Wer nicht soviel Geld für einen Satz Werkzeug anlegen möchte, wer seltener baut, dem empfehle ich einen Griff mit Bitsatz.

Der Griff des Schrauberdrehers sollte gut in der Hand liegen, deswegen im Baumarkt testen. Bevor ihr jedoch eine Verpackung öffnet, fragt den Verkäufer. Es ist wichtig, das Teil in die Hand zu nehmen, aber das Öffnen der Verpackung verpflichtet zum Kauf.

Wichtig beim Einsatz der Schraubendreher ist die richtige Größe. Wer eine große Schraube mit einem kleinen Dreher bearbeitet, zerstört dabei sowohl das Werkzeug als auch den Schraubkopf. Schlitzschraubendreher für Kreuzschrauben einzusetzen, empfiehlt sich weniger. Es sei denn, der Schlitz passt genau oder die Kreuzschraube weist einen Schlitz auf, der über den gesamten Schraubenkopf reicht.
Nach fest kommt ab. Ein Spruch aus dem Handwerkeralltag, den man sich zu Herzen nehmen sollte. Sowohl das Werkzeug (bei minderer Qualität) als auch die Schraube können zerstört werden. Manchmal bricht einfach der Schraubenkopf ab, ein anderes Mal splittert, bricht der Werkstoff. Fest anziehen - ja, aber mit Gefühl.

Schraubenschlüssel/ Ratsche

Das Foto zeigt verschiedene Arten von Schraubenschlüsseln, oben einen Steckschlüssel, darunter einen Gabelschlüssel. Erstere haben den Vorteil, dass sie bei hohem Kraftaufwand nicht abrutschen. Aber man muss sie alle immer neu ansetzen, wenn sich ein Hinderniss im Radius des Hebels befindet. Angenehmer arbeitet es sich mit Ratschen, unten im Bild. Man kann diese auf Links- oder Rechtslauf einstellen. Der Hebel hat in eine Richtung immer Leerlauf und überträgt die Kraft nur in der anderen Richtung. So erspart man sich das neue Ansetzen, wenn sich innerhalb des Radius Hindernisse befinden.

Über der Ratsche ist eine Nuss abgebildet. Diese Nüsse bilden die Aufsätze der Ratsche, die je nach Schraubengröße gewählt werden. Wieder gilt, die Nuss muss passen. Hier noch mehr, denn ansonsten geht nichts.
Für alle diese Werkzeuge gilt das Hebelgesetz, mit zunehmender Hebellänge nimmt der Kraftaufwand ab.

Schraubzwingen

Schraubzwingen gibt es in vielen Arten und Größen. Meist sind sie gebaut wie abgebildet. Auf Holz hinterlassen sie unschöne Muster, weswegen man entweder noch etwas unterlegt oder Schutzkappen benutzt, die zu einigen Schraubzwingen dazu geliefert werden.
Schraubzwingen gibt es auch als Eckzwingen für 90 Grad Winkel.
Eine andere Bauart wird für Leimzwingen verwendet. Der Druck, welcher von dieser Zwingenart ausgeübt wird, reicht aus zum Kleben, jedoch rate ich von ihrem Einsatz bei Säge-, Schleif- oder Bohrarbeiten ab. Dafür reichen sie nicht aus, das Material kann sich im ungünstigsten Moment lösen und schwere Unfälle begünstigen.

Man erkennt sie daran, dass sie nicht fest geschraubt werden, sondern wie Wäscheklammern funktionieren.

Zangen

vier Zangen

Mit der Flachzange kann man gut zufassen. Sie eignet sich u.a. zum Geradebiegen, wenn mal was schief gegangen ist oder zum Abwinkeln, wenn etwas zu gerade wurde.
Die Rundzange wird vor allem zum Biegen von Draht benutzt. Wer Kaninchenzaun an seinem Gehege befestigt, kann mit ihr überstehende Enden zu Ösen biegen, damit sich niemand daran verletzt. Mit ihr lassen sich beliebige Formen aus Draht herstellen, nur für rechte Winkel sollte man die Flachzange wählen.
Mit dem Seitenschneider lässt der Zaun sich auf Länge und Breite knipsen. Im Haushalt finden sich oft Kombizangen (hier nicht abgebildet). Sie vereinen Flachzange und Seitenschneider, besitzen oft noch einen Hohlraum, der einer Rohrzange (unten) nachempfunden ist.

Bilder: oben: Von 12 Uhr im Uhrzeigersinn: Rundzange gebogen, Flachzange, Seitenschneider, Rundzange gerade. links: Rohrzange

Handsägen

Saegelehre

Der Fuchsschwanz ist notwendig, wenn man keine elektrische Säge benutzt. Mit ihm können sowohl gerade als auch schräge Schnitte sauber ausgeführt werden. Da er keinen verstärkten Rücken hat, gibt es bei längeren Schnitten keine Probleme.
Das Metallteil rechts wird als Sägelehre bezeichnet. Sie hilft Sägeschnitte rechtwinklig auszuführen oder im 45° Winkel.

Die Laubsäge eignet sich hervorragend für Kurven und Rundungen, Löcher und Verzierungen. Durch ihr sehr schmales, fast fadenförmiges Blatt kann jegliche Form gesägt werden. Ein Tipp: Im Spielzeugladen findet man oft billiger Laubsägen von gleicher Qualität wie im Baumarkt und mit Zubehör.

Feilen

Im Bild seht ihr eine Feile und eine Schlüsselfeile. Feilen sind wesentlich größer, sie werden benutzt um etwas glätten oder zu begradigen und vor allem Krat zu entfernen. Krat ist das Zeug an der Sägekante, Bruchstelle, an dem man sich so schön verletzen kann, was einem die Haut aufreißt. Das bekommt ihr wunderbar mit Feilen weg. Müsst ihr mehr Material abnehmen, weil es Stück Holz noch ein paar Millimeter zu groß ist, dann eignen sich Raspeln. Sie sind gröber als Feilen.

Schlüsselfeilen sind für Futzelarbeiten. Wenn ihr ein Geländer gebastelt habt, kommen sie gelegentlich recht, ansonsten sind sie bei mir im Gehegebau nur für Metallbeschläge im Einsatz.

Tacker

Tacker

Tacker gibt es wie jedes Werkzeug in verschiedenen Größen. Beim Kauf achtet ihr darauf, dass der Tacker gut in der Hand liegt. Die Spanne zwischen dem Hebel und dem Griff darf eure Handspanne nicht übersteigen, ihr müsst bequem den nötigen Druck aufbringen können.

Ebenso achtet ihr auf die Größe der Klammern. Aus dem Büro kennt man die Heftklammern, sie sind schmal, wenig stabil und ihre Schenkel sind kurz. Der Tacker, den ihr kauft, muss zum Material passen, welches ihr bearbeiten wollt. Mindestens 6, besser auch 8mm Schenkel bei den Klammern sollten möglich sein, um ihn im Gehegebau sinnvoll einsetzen zu können.

Novella Calow