Spielen - Gehegeeinrichtung für Spiel und Spaß

Spiel ist Spiel. Ein Leckerli-Trainer sollte niemals für die Fütterung genutzt werden. Wenn ihr auf einer Party im Krebsgang mit dem Mund Trauben von einer Stange pflückt oder Kinder einen Mast hinaufklettern, an dem oben Süßigkeiten hängen, dann ist das Spiel und Spass. Aber euer Mittagessen so serviert bekommen, das ist Stress.

 

Aktion gegen Laufbälle

Snackball, Möhrenhalter, Obstspieß

Der Obstspieß

Rotte frisst vom Spieß

Der ist gut für den Salatstrunk, eine abwechslungsreiche Gemüsebestückung und freilich auch für Obst. Gar nicht einfach ist die Reinigung: Das Gewinde nimmt beim Aufspießen Fruchtfleisch auf. Bevor man also den Verschluß darauf dreht, muss man das Gewinde abwischen. Erst danach Unterlegscheibe (mitgelieferte Grundplatte mit Loch) darüber schieben und zuschrauben. Nach jeder Benutzung muss der Spieß gereinigt werden.

Oftmals zeigt sich schon nach einem halben Jahr am Spieß ein Kupferfarbton und die Grundplatte bekommt erste schwarze Punkte. Das Kupfer ist nicht so schlimm, aber die schwarzen Punkte müssen poliert werden. Topfkratzer oder Drahtschwamm. Gehen die Punkte nicht mehr ab, muss neu gekauft werden.

Weidenball

Verschiedene Größen bieten verschiedenen Spass. Man sollte eher die kleineren Weidenbälle nehmen, große für Kaninchen werden bei uns eher schlecht angenommen, die kleineren aber herum gestoßen und zernagt.

Salat-Ball

Salatball ist kein Spielzeug

Wenn die Einfüllöffnung mit einer Klappe verschließbar ist und im unteren Bereich bevor die Senkrechten spitz zusammenlaufen nochmals horizontal eine Strebe eingebaut ist, dann ist das der passende Salatball, mit dem die Tiere Spass haben können.

Eine ständig offene Einfülllücke und senkrechte Streben, die in einer Spitze zusammenlaufen, sind eine Gefahr. Junge und kleine Tiere können mit dem Kopf und den Vorderbeinen durch die größere Einfülllücke schlüpfen und sich dann nicht mehr allein befreien. Bei größeren Kugeln trifft diese Gefahr auch große Tiere. Zudem laufen die senkrechten spitz zusammen, so dass auch hier die Gefahr des Einklemmens besteht.

Vor dem Kauf ist Suchen angesagt, da in Deutschland fast ausschließlich die nicht tiergerechte Variante angeboten wird.

Snackball

Snackball

Der Snackball hat nur eine Öffnung. Er lässt sich gut mit Pellets, Kräutern, Gemüseflocken befüllen. Haben Meerschweinchen noch nie im Leben einen Snackball gehabt, dann braucht es eines, dass den Dreh heraus findet. Sobald einer weiß, wie es geht, rennen die anderen hinterher.

Rabautzi hat den Snackball perfekt beherrscht und es den anderen beigebracht. Wenn er in die Sackgasse geriet, sie holte ihn da wieder raus. Und wenn er leer war? Dann rollte sie uns den vor die Füße.

Leckerli-Trainer und Oasen

Der Trainer besteht aus zwei miteinander verschraubten Brettern. In das senkrechte Brett wurden große Löcher gebohrt, durch die Möhren oder Salatblattbündel gesteckt werden können. Auch Äste wurden befestigt, an diesen können Heubündel, Salat, Gemüse gebunden werden. Für den Obstspieß wurde eine Öse eingeschraubt. Das besondere Highlight an diesem Modell ist die Kokosnussschale. Ebenfalls durch eine Öse wurde der Bindfaden gezogen, der links und rechts an der halben Nussschale befestigt wurde. Dadurch können die Tiere diese Schale kippen. Sie kippen sie super gerne aus, denn darin haben wir Kräuter, Pellets und ihre heißgeliebten Ersenflocken.
Kleine Löcher wurden ebenfalls gebohrt, in diese kann man frische Kräuter stecken. Ein paar Stengel Petersilie oder etwas Basilikum etc.

Futterplatz mit Dach

Die Futter-Oase ist wie der Trainer einfach ein schönes Spielzeug. Hierbei werden die Meerschweinchen auch geistig gefordert. Gerade, wenn die Oase noch neu ist, müssen sie herausfinden, dass sich die Deckel wegschieben lassen. Stärker duftende Leckerlis helfen den Tieren dabei. "Leider" sind sie super-schlaue kleine Viehchter. Bonga brauchte nur 3 Sekunden, dann schob sie den ersten Deckel mit der Nase weg. Zausel brauchte länger, ehe er sich dem Ganzen zuwandte, aber als sein Interesse erst einmal geweckt war, scharrte er ziemlich schnell den Deckel beseite.
Sie finden recht unterschiedliche Wege mit dem gleichen Ziel. Also sehr interessant auch für den Halter.

Baubeschreibungen zum Trainer und zur Oase findet ihr unter Möbelbau

Sie stehen nicht immer im Auslauf, sondern bieten eine Überraschung, Abwechslung. Wenn ich eines von beiden oder beides reinstelle, sind alle sofort da.

Unser Video Futter-Spiele bei Youtube.

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Korkröhre

Korkröhren dürfen benagt werden. Die Tiere fressen sie nicht, sondern schreddern sie eher. Bei geschlossenen Röhren müsst ihr darauf achten, dass sie entweder viel zu klein sind, um hinein zu passen oder viel zu groß, damit alle bequem durchgehen können.

Bei Tunneln bieten sich aber Halbröhren an, da diese, unten offen, nicht zur Sauerei werden. Rotte schaut aus einer solchen heraus. Diese haben wir unten aufgesägt. Der Boden dient mittlerweile als Wand in einem anderen Gehegen.

Korkrinde als Abdeckung einer Steckdose
Korktunnel

So benutze ich sie auch gern. Als dekorative Abdeckung von Gehegeteilen, die nicht benagt werden sollen oder Trennwand. Korkrinde sieht einfach gut und natürlich aus, ist ein Hingucker und unschädlich. Nachteil, sie sind auch sehr teuer. Es lohnt trotzdem, da sie recht lange halten.

Packpapier, Papprolle und der Eierkarton

Packpapier im Einsatz

Mit Packpapier haben Meerschweinchen richtig Spass und dürfen auch. Es ist unbedruckt, es kann zernagt, geschreddert werden, es raschelt, es lassen sich Höhlen bauen. Schwein kann darunter Fangen spielen oder Verstecken oder einfach mal dösen.

Papprollen in verschiedensten Größen nutzt man auch verschieden. Kleine Rollen lassen sich gut mit Heu befüllen, eine schmackhafte Überraschung ist dann mitten drin. Wir stopfen mittig Erbsenflocken hinein und die Salatfresserchen suchen sie enthusiastisch. Große Papprollen dienen als Tunnel.

Eierkartons (unbedruckte) kann man mit Heu und Leckerlis befüllen. Schweins nagen auch sie auf, sind beschäftigt und haben reichlich zu tun.

Kartonlandschaft

Schlawiner sitzt hier in einer Bio-Mülltüte neben einer Wand aus Pappe, in die Türen geschnitten wurden. Diese Wand trennt eine Zimmerecke vom Rest des Zimmers. Schweins können sich zurückziehen, aus den Augen gehen, ein Nickerchen halten, was sie halt wollen.

Aber Achtung: Hinten in die Bio-Mülltüte müsst ihr unbedingt ein Luftloch schneiden. Die Tiere pieseln in die Tüten und dann entstehen Ammoniak-Gerüche, die in den Augen ätzend wirken.

Und Achtung: Wenn ihr Zimmerteile mit Kartons komplett abtrennt, dann achtet darauf, dass diese Flächen groß genug sind, damit ihr euch darin bewegen könnt. Sonst wird das Einfangen der "Ich-will-draußen-bleiben"-Tiere schwierig.

Karton und Stein und Heu

Eine Röhre mit Heu befüllt ganz oder nur teilweise ist immer ein guter Platz zum Verweilen.

Kartonhäuser passen sowohl in den Auslauf als auch in das Gehege und bieten jede Menge Beschäftigung.

Die Kartonkombination erfreut sich höchster Beliebtheit, wo immer sie auftaucht.

Kartonkobmination

Karton-Wand im Gehege

Keine Langeweile aufkommen lassen. Eine Trennwand aus Karton an ausgewählte Leisten vom Gehege getackert, ist ebenso eine interessante Beschäftigung, wie ein kleines Spitzdach mitten in der Wohnung während des Auslaufs.

Auch Obstkartons sind unter Umständen geeignet. Leider sind sie meist bedruckt. Aber wenn man einen ohne Druck erwischt, dann sind sie zäh und verlangen Ausdauer von den Meerschweinchen. Diese bringen diese natürlich mit und sind eine Weile beschäftigt.

Gerade im Gehege sind Trennwände aus Karton gut geeignet, um Bereich mal zu trennen. Man schneidet Türen hinein und die Meerschweinchen sorgen dann dafür, dass die Gehegetrennung bald aufgehoben ist.

Labyrinth

Labyrinthe sind aufwändig zu bauen. Man kann Holzbretter verschiedener Längen aneinanderschrauben. Besser, da variabel, ist es mit Holzdübeln und Löchern Steckverbindungen herzustellen. Dieses Labyrinth lässt sich dann 1. auseinander gebaut lagern und 2. jedes Mal anders zusammen bauen. Dazu müsst ihr nur beachten, dass ihr von der Oberkante immer den gleichen Abstand in allen Brettern für Löcher und Dübel habt.

Schneller, leichter und weniger haltbar sind Kartonagen. Diese lassen sich mit Klebeband aneinander befestigen. Allerdings müsst ihr heraus finden, ob eure Tiere das Klebeband nagen. Wenn ja, solltet ihr die Kartons nur ineinander stecken.

Spiel-Heu

Der beste Schlaf findet im Heu statt, wird jedes Meerschweinchen bestätigen. Deswegen zotteln sie es aus den Raufen, legen sich rein und schlafen. Also warum nicht gleich Service bieten? Dieser Obskorb ist mit Heu gefüllt und wird für Nickerchen genutzt. Heiß begehrt sind heugefüllte Kartons. Und wenn sonst nichts zu tun ist, dann nehmen die Tiere einen selbst gebundenen Mini-Heuballen gern an und zotteln, ziehen, nagen, bis die Schnüre als einzige Zeugnisse übrig bleiben.

Mini-Heuballen

Mit Heu geht aber noch sehr viel mehr. In leere Toilettenpapier-Rollen kann man erst etwas Heu, dann ein Leckerli und dann wieder Heu stopfen. Die Tiere lernen schnell, dass es mehr zu holen gibt und haben Spass dabei. Bei Eierkartons macht man dies ganz ähnlich, Heu mit Leckerlis vermischen und los geht's.

Selten wird es vorkommen (hoffentlich), dass ihr einen Fehlkauf beim Heu hattet. Wenn es nur zu grob oder zu fein ist, könnt ihr das den Tieren mit in den Auslauf legen. Wenn es stinkt, natürlich nicht. Die Meerschweinchen haben viel Spass, ihr müsst dann aber eine ziemliche Sauerei wegputzen. Daher ist selten oft genug, aber ich nehme das in Kauf, weil es einfach herrlich ist für alle vor dem Putzen. :-)

Erlebnisland

Viele der hier beschriebenen Sachen können in Kombination verwendet zu einem regelrechten Erlebnis-Gehege oder -Auslauf werden. Ein paar Teile, die nicht wirklich wo reinpassen wollten, führe ich hier noch auf:

Bei Grashäusern, Graskugeln, Gras-Irgendwas müsst ihr auf die Größe achten. Manchmal ist auf der Verpackung ein Meerschweinchen abgebildet, aber im Text findet ihr dann: für Hamster und Mäuse. Viel zu klein für's Schwein. Auch achten müsst ihr darauf, dass diese Häuser innen nicht mit Draht zusammen gehalten werden.

Tannenzapfen sind an sich sehr lecker, wenn die Sämereien noch innen drin sind. Ansonsten kann man sie mit Leckerlis bestücken oder einfach so zum Benagen geben.

Weidenbrücken sind biegsam. Sie kann man als Tunnel, Rampe, Gartenzaun in das Erlebnisland stellen.

Auslaufgestaltung

Der Auslaufteil auf dem rechten Foto ist für Meerschweinchen sehr interessant. Am Karton hinten hängt ein Stück vom Weihnachtsbaum. Vorn im Kuschelbett liegt eine Sellerieknolle, neben Kartons zum Verstecken sieht man außerdem noch ein Häuschen und Steine sowie zwei Tunnel. Der hintere (glitzernde) Tunnel ist eine Herausforderung für kleine Angsthasen, denn bei Betreten raschelt er. Dafür werden die Mutigen belohnt, denn es liegen ein Kuschelkissen und einige Kräuter darin, die zum Verweilen einladen.
Das alles will erkundet sein.
In anderen Bereichen des Auslaufs findet sich dann noch eine Heuraufe, überdachte Kissen, weitere Häuser, Packpapier, ... . So macht der Auslauf munter, denn hier kommt keine Langeweile auf.

Rinde und Laub sind ebenfalls wunderbare Raschelerlebnisse für Mutige und Erlebnisse für Vorsichtige. Man kann hindurch wetzen, sie fliegen lassen, sie beknabbern. Für den Pfoten-Erlebnispfad braucht man sie ebenfalls. Diesen kann man zusätzlich mit getrocknetem Rindenmulch, Erde, Lehm, verschiedenen Steinen (z.B. Schiefer- und Feldsteine, Lava-Steine, Yton-Steine), Stroh, Wasser, ... gestalten.

© Novella Calow