Einstreu

Da Meerschweinchen immer Teile der Einstreu fressen, sei es, weil sie ihre Gurkenscheibe durch die Einstreu ins Häuschen zerren, Einstreu im Heu hängt oder einfach am Gemüse klebt, darf Katzenstreu niemals verwendet werden. Dies klumpt bei Kontakt mit Nässe, im Magen ist es nass und die Klumpen töten das Meerschweinchen.

verschiedene Einstreuarten

Holz

Holzeinstreu ist gut und günstig. Je nach Hersteller und Feinheit der Späne staubt sie gar nicht oder sehr stark. Es lohnt daher, verschiedene Anbieter zu testen.

Kleine Abpackungen von 56 bis 60 Litern können sehr stark zusammen gepresst sein. Die Einstreu muss dann mühsam gelockert werden. Abpackungen von 20 bis 25kg sind preislich günstiger und auch vom Grad der Pressung her mit weniger Kraft zu lösen.

Hobelspäne sind die Allrounder für Käfig und Gehege. Ihr Nachteil ist nur die lange Zeit, die zum Verrotten nötig ist, also eher bedingt kompostierbar. Aber mit Hobelspänen kann im Gegensatz zu anderen Einstreuarten der komplette Stall ausgestreut werden.

In den 70ern verwendeten wir gelegentlich Holzwolle. Diese eignet sich jedoch nicht, sie saugt schlecht.

Chipsi super

Im Bild rechts zu sehen ist eine feiner strukturierte Einstreu, die wir als "super"-Variante der Holzeinstreu kennen.
Großer Vorteil: Sie staubt so gut wie gar nicht und selbst gepresst, bröselt sie vor sich hin. Nachteil: Die Köttel bleiben oben drauf liegen.

Beim Misten kann man sie abkehren, da sie sich festtritt und sieht dann die feuchten Stellen. Theoretisch könnte man diese nun herausheben und die umliegende noch verwendbare Einstreu drin lassen. Praktisch kleben soviele verschmutzte Krümel am Gehegeboden, dass eine Nassreinigung notwendig ist.

Ich finde die Super-Variante der Hobelspäne sehr gut geeignet für den Spiel- und Rennbereich im Gehege, weil die Einstreu weder so flug- noch so staubfreudig ist wie andere. Jedoch ungeeignet für den Schlaf- und Ruhebereich, weil die Köttel eben nicht nach unten absinken. Allerding kann man dagegen Stroh oder andere Überstreu verwenden.
Durch das sehr hohe Eigengewicht dürfen die blauen Säcke nicht so gefüllt werden. Das Volumen ist auch nach Vollsaugen geringer, so dass ggf. mehr in die Biotonne passt.

Pellet

Einmal bekamen wir Pellets geschenkt. Ich füllte sie ein, legte eine dicke Schicht Stroh darüber. Als ich die Tiere hineinsetze, begann ein riesiges Eierlaufen. Ohne die Strohschicht wären auch die Fußballen in Gefahr gewesen, da die Pellets sehr scharfkantig waren. Also unsere Sache ist das nicht. Ein Ballenabszess ist einfach zu schmerzhaft und langwierig im Heilungsprozess.

Strohpellet ungeeignete Einstreu

Lange Zeit habe ich sie komplett abgelehnt. Wenn ihr aber Tiere habt, die eine Toilettenecke nutzen, dann sind Pellets dort möglich. Wichtig ist eine dicke Schicht Stroh oder eine deckende Holzspäneschicht darüber. Wenn die Pellets rollen können, können sich Meerschweinchen die Füßchen brechen. Wenn die Pellets hervorstechen, können sie sich die Fußballen schlimm aufschneiden.
Für eine Toilettenecke haben wir die Pellets also mittlerweile dennoch in Gebrauch.

Stroh

Stroh

Urin wird wenig aufgesaugt, sondern läuft nach unten durch. Ebenso fallen die Köttel durch das grobe Stroh nach unten. Daher eignet sich Stroh sehr gut als Überstreu.

Stroh wird von Meerschweinchen zum Teil auch gefressen. Das ist in Ordnung, wenn es sich in Maßen hält. Wichtiger ist jedoch Heu. Fressen die Meerschweinchen vermehrt Stroh, führt dies zu gesundheitlichen Problemen, bietet in einem solchen Fall bitte gröberes Heu zum Fressen an.

Stroh-Perforat/ Strohstreu

Strohstreu, Stroh-Perforat bildet laut Werbung einen Fleece, der immer wieder bei Berührung aufgelockert wird und hohe Saugkraft besitzt. Ebenfalls laut Werbung muss der Stall daher erst nach 10 bis 12 Wochen komplett gereinigt werden. Bis dahin kommt man mit dem täglichen Entfernen der nassen Flecken und des Kots aus.

Im Test Stroh Perforat von Hippo Gold. Die Strohstreu hält gut trocken und hat beim Einstreuen wesentlich weniger gestaubt als Holzeinstreu. Nach jeweils 2-3 Tagen heben wir an Schlafstellen die nasse Streu heraus, nach einer Woche zum Großputz konnten wir einen Großteil der Einstreu im Gehege belassen.

Da die Streu tatsächlich bei Berührung auflockert, ist sie ein wenig wie tiefer Schnee oder Sand. Das Laufen strengt an. Aber da sie sehr weich ist, gut riecht und die Tiere gern drin liegen, empfehlen wir Stroh-Perforat für Schlafplätze.

andere

Leinstroh aus Flachs

Hanfeinstreu erfreute sich eine Weile großer Beliebtheit. Sie ist staubärmer und verrottet schneller. Aber die kleinen Spelzen sind wohl häufiger im Auge gelandet. Da der Preis auch ordentlich ist, sind viele Halter zur hergebrachten Holzeinstreu zurück gekehrt.
Wir benutzen sie als Alternative, wenn wir keine Zeit haben wegen der Super-Einstreu in einen extra Laden zu fahren. Die Hanfeinstreu hat für mich nichts, was ich unbedingt brauche, aber sie fällt locker aus der Verpackung und staubt nicht so.

Leinenstroh aus Flachs (Foto rechts) war ebenfalls mal eine Mode. Man soll auf Dauer nur die Hälfte der Menge von Holzeinstreu benötigen. Allerdings in dem nicht gemistet wird. Bis zu 8 Wochen verhindert diese Einstreu laut Werbeversprechen die Entwicklung von Ammoniak und sie soll bis zu 450% Saugkraft besitzen.

Aufgrund dessen testeten wir. Im Test hatten wir das Leinenstroh-Produkt von Bibo-Natur. Das erste Einstreuen verlief genauso staubig wie bei Holz-Einstreu. An den bevorzugten Pieselstellen ist die Einstreu nach 3 Tagen zu wechseln, genauso wie bei Holzspänen. Insgesamt haben wir keine Empfehlung für diese Einstreu gefunden. Sie hat nichts, womit sie besonders besticht, nichts was sie besser kann als andere. Auch von Holzeinstreu kann man, wenn man die Zeit hat, trockene Einstreuteile im Gehege behalten und die Spelzen sind spitz und hart wie bei der Hanfstreu.

Dinckel-Streu (Foto links) ist mal wieder was neues auf dem Markt. Mit 8 Euro für 5 kg scheinbar günstiger als Hanf, allerdings reichen 5kg Dinckel-Streu nur für knapp 1,3 m² und sind somit weniger ergiebig. Allerdings staubt sie auch weniger. Sie perlt beim Einstreuen durch die Hände ein sehr angenehmes Gefühl. Saugkraft (Saufkraft eher :-) ) die Pieselecken konnten 3 Tage länger als bei Holz- oder Hanfeinstreu drin gelassen werden. Geruchsbildung entsprach Hanf- und Holzeinstreu in Etwa. Wenn wir einen Einstreuallergiker hätten, wäre dies die erste wirkliche Alternative. Allerdings tritt sie sich nicht fest. Rennen und Fetzen und ... da müsste dann doch etwas Stroh drüber oder die Einstreu fliegt davon.

Einstreu aus Resten der Baumwollschoten

Baumwolleinstreu (rechts im Bild) ist für Meerschweinchen ungeeignet. Auf der Verpackung stand "für alle Nagetiere" und das war Schwachsinn. Die Einstreu bildet einen rutschigen Teppich, in dem scharfe Kanten von den Hülsen enthalten sind. Diese verletzen sicherlich nicht, sind mir aber unangenehm aufgefallen. Wenn Meerschweinchen auf der Einstreu schlafen und pieseln, saugt sie sich wie Baumwolle eben voll und das war's. Man kann T-Shirts ins Gehege legen, die sind wenigstens weich, ansonsten haben sie den selben Effekt.
Vielleicht für Hamster, aber nicht für Meerschweinchen.

Papierstreifen-Einstreu ist ebenfalls nicht für Meerschweinchen und deren Blasenvolumen geeignet. Tiere, die Nester bauen und diese nicht als Toilette benutzen, haben sicherlich Freude an den weichen Papierstreifen, aber für Meerschweinchen ungeeignet.

Katzenstreu, Klumpstreu ist KEINE Einstreuart für Meerschweinchen sondern tödlich.

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Überstreu

Waldboden, Heidewiese, Kräuterland sind da im Angebot. Diese Produkte sind eine Menschenfreude bis eines der beteiligten Tiere meint, es wäre tierisch toll.

Waldeinstreu als Überstreu im Spielbereich

Ich mag den Geruch von der Waldbodenüberstreu. Im Spielbereich im Gehege finden Zausel und Toffel diese Einstreu interessant. Im Schlafbereich ist sie vermutlich weniger willkommen. Auch bei Kringel auf dem Dorfplatz streue ich manchmal so über. Ich betrachte das Ganze als ein Mittel gegen Langeweile.

Unsere knopfaugigen Gefährten sind schlaue kleine Wesen, die Herausforderungen durchaus annehmen. Habt ihr also ein großzügiges Gehege, welches gut strukturiert ist, dann tobt euch aus. Habt ihr nur einen Käfig, dann ist das zuviel. In eine 20qm-Ein-Raum-Wohnung bekommt ihr halt auch nicht Arbeits-, Schlaf- und Wohnzimmer hinein.

Die Überstreu ist teuer, aber lässt sich auch einfach selbst herstellen. Bei einem Waldspaziergang oder einem Gang über den Friedhof kann man Tannen- und Kienzapfen sowie Rindenteile sammeln. Ein wenig schrubben, 15 Minuten in den Backofen bei 100 bis 120°C, auskühlen lassen. Die Rinde kann man dann so zerbröseln wie man mag oder sie im Ganzen lassen. Man kann auch ein wenig Moos sammeln und trocknen, Laub und Stöckchen.

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Empfehlung

Zusammenfassend empfehlen wir:

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©Novella Calow