Rotte Wumm (†)- der Hüter der Ängstlichen

Rotte im Alter von 6

Beschreibung

Rotte war sein Leben lang mein Traumschweinchen. Im April 03 sah ich ihn als mickrig zartes Böckchen zwischen den Kaninchen im Kaufhaus. 2 1/2 Monate dauerte es dann noch, bis zu jenem glücklichen Freitag, den 13ten. Damals war er der Hüter der Angst, später wurde er zum Hüter der Ängstlichen.
Im ersten Jahr fixierte er etwas auf mich. Als ich zum ersten Mal für drei Tage verreiste, kam er erst kurz vor meiner Rückkehr hinter der Heuraufe vor. Dabei war er daheim und das andere 2Bein genauso seins. Das wurde besser, als ich mehrfach kurz verreiste und er sich daran gewöhnte. Es war für mich schön zu erfahren, dass er an mir hängt, aber besser als er davon stapfte in gro├če Welt.

Ansonsten war Rotte ein Eigenbrödler. In der Bockgruppe ging er unter. Er mied seine Kumpels, in dem er das Gehege verließ, wenn sie drin waren und wenn alle in den Auslauf kamen, fand er einen Weg ins Gehege. Also ließen wir ihn kastrieren und stellten ihm Mädels vor. Er blieb einer, der keine Nähe akzeptierte, aber dennoch immer für seine Gruppe da war. Hatten wir ängstliche Neuzugänge, kamen sie zu ihm. Rotte konnte ihnen Sicherheit geben, half ihnen beim Eingewöhnen und zog sich zurück, wenn sie ihn nicht mehr brauchten. Aber er war kein Schlichter von Zickenkriegen. Seine Mädels mussten schon in ihn reinrennen, wenn sie Schutz wollten. Andererseits konnte er sich mit allen verständigen, egal wie verkorkst ihre Sozialisation war oder wie bei den blinden Schweinchen Sokil und Sehnix, die Kauderwelsch verwendeten.

Mit etwa 8 3/4 Jahren mussten wir ihn ins Regenbogenland schicken. Er hatte seit einiger Zeit mit Arthrose zu tun und irgendeiner weiteren Erkrankung, die Schmerzen brachte. Etwa 3 Wochen vor seinem Tod magerte er 200g ab, fing sich noch einmal und dann kippte er um und legte sich auf den Dorfplatz. Dort wartete er wohl, dass das Raubtier kommt und wir kamen natürlich.

So ein Traumschweinchen, wie Rotte es war, eine so lange Zeit begleiten zu dürfen, ist natürlich etwas sehr besonderes gewesen. Oft habe ich im Alltag, wenn ich an ihn dachte, lächeln müssen. Er hatte einfach diese Wirkung auf mich. Und auch heute noch, Jahre nach seinem Tod, erinnere ich mich sehr gern an unseren Papa Lotte, meinen Traum von einem Schweinchen.

Fotos von Rotte

gehe zu:

Video mit Rotte

Papa Lottes 7ter Einzugstag

Abschied von Rotte Wumm

Novella Calow